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Rundblick 11/03
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"Ich kann nichts für dich tun" - "dann tu's für jemand anderes"
Stellen Sie sich vor, jemand der in Afrika lebt bekommt Hilfe von Ihnen. Natürlich freut er sich darüber. Da ist zum Beispiel ein Student, dem Sie das Studium bezahlen oder eine Schülerin, die durch Ihre Hilfe lesen, schreiben und rechnen lernt. Für Sie sind es vielleicht "nur" 80 Euro. Für das Mädchen ist es aber die unbezahlbar hohe Jahresgebühr, die ihre Stiefeltern nie für ihre Schulbildung aufgebracht hätten.
Viele Hilfsempfänger haben sich daran gewöhnt, dass sich diese Leistungen immer auf der Einbahnstraße von Nord nach Süd bewegen. Doch ab und zu kommt bei dem einem oder der anderen der Gedanke auf, auch etwas für Sie als Geber tun zu wollen. Aber gleichzeitig ist da diese Ohnmacht: "Ich kann ja nie etwas Gleichwertiges für dich tun". Sie würden wahrscheinlich großzügig ablehnen: "Nimm es einfach an, das ist schon in Ordnung."
Klar, die Leute in Afrika, mehrere tausend Kilometer von uns entfernt, können uns schwer etwas geben. Etwas, das Geld kostet schon gar nicht. Aber vielleicht haben wir auch schon festgestellt, dass die Dinge, die mit Geld bezahlt werden, nicht wirklich die wertvollsten sind.
Diejenigen von uns, die schon in einem der Projekte in Afrika waren, haben erfahren, wie die Freude, Herzlichkeit und Liebe der Menschen dort auf uns europäische Helfer zurückgekommen ist. Für die meisten war das eine äußerst beeindruckende Erfahrung.
Wer bei den letzten Baueinsätzen dabei war, erinnert sich vielleicht noch an die Dorfbewohner, die kleine Gefäße oder Matten aus Bast für uns geflochten hatten, oder an die alte Frau, die aus Dankbarkeit für den Einsatz um die Schule in ihrem Dorf ihre wenigen Papayas und Passionsfrüchte zur Baustelle brachte. Da waren auch die Tänzerin, die uns in traditioneller Kleidung aus Rindengeflecht einen Tanz vorführte und die Kinder einer benachbarten Schule, die an einem Abend in unsere Unterkunft kamen und Lieder sangen.
Diese Leute waren davon angetan, dass eine Gruppe von Menschen einen so langen Weg von Europa zurückgelegt hatte, um ihnen zu helfen und mit ihnen zusammen eine Schule in ihrem Dorf zu bauen: ohne Bezahlung, aber mit einer Menge eigener Kosten - und sie wollten etwas zurück geben. Eben das, was sie hatten oder konnten. Das war so viel, dass es manchem von uns schon peinlich wurde, weil man die Verhältnisse sah, in denen sie lebten. Dabei war es für uns einfach ein "Urlaub der besonderen Art".
Menschen die etwas erhalten, wollen oft auch etwas geben. Das ist normal. Die meisten von uns haben aber nicht die Möglichkeit, sich Ihren Dank abzuholen. Im Gegenteil: Wir wollen ja gar nicht, dass man uns etwas zurückgibt. Viel schöner ist es doch, wenn jemand etwas weitergibt.
Das könnte zum Beispiel so funktionieren: Ein Student, dessen Studium gesponsert wurde, gibt dieses Geschenk weiter, indem er seinem Kollegen beim Studium hilft. Und wenn derjenige, der schon seinen Abschluss und eine Arbeitsstelle hat, sich um den beruflichen Start derer kümmert, die nach ihm mit dem Studium fertig werden. Oder wenn Schüler, denen freundliche Spender das Schulgeld bezahlen, bereit sind, für die Armen im Dorf uneigennützig den Garten zu bestellen, ihre Hütten auszubessern oder für die Kranken zu sorgen.
Es steht fest: Für Sie als Helfer oder Spender kann niemand etwas tun, für andere schon.
Wir hoffen, dass sich die Hilfe, die Sie uns zum Weitergeben anvertraut haben, wie Samen vervielfacht und auf diese Weise einer zunehmenden Anzahl von Menschen nützt!
Baueinsatz im Januar 2004
Sieben Interessenten haben sich für den nächsten Baueinsatz in Uganda gemeldet. Einige von ihnen sind sich jedoch noch nicht sicher, ob sie wirklich mitkommen können.
Wer Lust hat, nach Uganda zu fliegen, um bei diesem Erlebnis dabei zu sein, sollte sich bald anmelden (Prochorus Afrika Dienste, Seite 4). Jeden Teilnehmer erwartet ein wunderschönes Land mit einem guten Klima und wirklich liebenswerten Menschen. Beim Leben und Arbeiten in der anderen Kultur lernt man viel Neues kennen. Einige Tage werden für eine Safari in einem Nationalpark genutzt.
Falls die Anzahl der Teilnehmer nicht ausreicht, müssten wir die Aktion leider absagen.
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